2022 Dekantssynode, Teil II

2022 Dekantssynode, Teil II

Vieles war nur eingeschränkt möglich
Dekanatssynode Die Einzelberichte zeugen von einem schwierigen Jahr.
VON HORST KUHN

GUNZENHAUSEN – Viele Angebote des evangelischen Dekanatsbezirks Gunzenhausen konnten 2021 nur bedingt und über lange Zeit gar nicht durchgeführt werden konnten. Dies wurde bei der diesjährigen Dekanatssynode in den Einzelberichten deutlich.
So war die Altenheimseelsorge im Burkhard-von-Seckendorff-Heim laut Pfarrer Ekkehard Malcher auch 2021 nur sehr eingeschränkt möglich. Gottesdienste in Präsenz konnten jeweils nur mit den Bewohnerinnen und Bewohnern einer Station gefeiert werden. Die Begleitung Sterbender unter Beachtung strenger Hygieneauflagen war möglich, jedoch selten gefragt.
Im Haus in der Leibnizstraße kann laut Malcher wegen der räumlichen Enge immer noch kein Gottesdienst gefeiert werden, in der Zufuhrstraße dafür wieder jeden Samstag. Alle Heime seien von einem „Normalbetrieb“ noch weit entfernt. Die Situation werde immer wieder durch krankheitsbedingte Ausfälle beim Pflegepersonal verschärft.
Sehr umfangreich und detailliert gestaltete sich auch der Bericht des Evangelischen Kranken- und Altenpflegeverein. Im Jahr 2021 wurden im Einzugsgebiet über 111 000 grund- und behandlungspflegerische Hausbesuche und über 8000 Hausbesuche mit hauswirtschaftlichen Leistungen verzeichnet. Täglich mussten also über 320 Hausbesuche organisiert werden.
Stimmung ist gut
Darüber hinaus wurden 254 Pflegeberatungsbesuche durchgeführt. Der Fuhrpark umfasst 21 Fahrzeuge. Im August 2021 konnte eine weitere Tagespflege in Gunzenhausen eröffnet werden, hier können montags bis freitags bis zu 18 Gäste betreut werden, die Nachfrage ist laut Bericht groß. Der Verein betreibt die Tagespflege in Merkendorf, Ostheim, die Seniorentagespflege in Dittenheim, das Pflegezentrum in der Leibnizstraße, die tagesstrukturierenden Hausgemeinschaften in der Zufuhrstraße, die Diakoniestation in Heidenheim und den Ambulanten Hospizdienst.
Trotz Mehrbelastung im vergangen Jahr sei die Stimmung unter den etwa 245 Mitarbeiterinnern und Mitarbeitern immer noch gut, heißt es im Bericht weiter.
Kirchenmusikdirektor Bernhard Krikkay berichtete vor allem von vielen Absagen. Coronabedingt fielen musikalische Veranstaltungen wie Konzerte oder auch Gottesdienste sowie einigen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen flach.
Hervorragend besucht
Erfreulich sei die Nachfrage zur Reihe „Orgelmusik zur Marktzeit“. Mit durchschnittlich 70 Besuchern ist dieses musikalische Angebot mit jeweils einem kurzen theologischen Impuls nach Krikkay Worten sehr beliebt. Erfreuliches berichtete Pfarrer Matthias Knoch (Gräfensteinberg) von der „Urlauberseelsorge im Dekanat“. Obwohl wegen der Pandemie nur eingeschränkt möglich, waren die Gottesdienste am Altmühl- und Brombachsee hervorragend besucht. Pfarrer Malcher, der seit vielen Jahren im Bereich der Tourismusseelsorge aktiv ist, tritt Anfang Juli in den Ruhestand.
„Nicht alles ins Wasser gefallen“ ist laut Diakon Dieter Blencke (Merkendorf), dem Dekanatsbeauftragten „Kirche mit Kindern“, im Bereich Kindergottesdienste. Sie konnten zwar nicht im „Normalprogramm“ laufen“, fanden aber zumindest in einigen Kirchengemeinden statt, meistens an der frischen Luft.
Seit September ist mit Diakonin Franziska Reinhardt die Stelle der Dekanatsjugendreferentin wieder besetzt. Neu konstituiert hat sich die Dekanatsjugendkammer, Vorsitzende ist Lena Wiedemann (Unterwurmbach), ihr Stellvertreter Jonas Seßler (Dittenheim).
Zusammen mit Malcher hat Reinhardt in den Kirchengemeinden Absberg und Spalt die Vertretung für die Präparandenarbeit übernommen, solange die Pfarrstelle vakant ist. Gleiches gilt für die Gemeinden Haundorf und Laubenzedel, hier wird sie die Konfirmanden zusammen mit Knoch betreuen.
Die neue Dekanatsfrauenbeauftragte Petra Frieß (Absberg) berichtete, dass die beiden gewählten Dekanatsfrauenbeauftragten Kathrin Schuler (Dittenheim) und Ulrike Knörr (Spalt) ihr Amt nicht mehr ausüben können. Ziel müsse es sein, ein neues Team zu finden.
Mitarbeiter gesucht
Der kirchliche Religionsunterricht gestaltete sich im Schuljahr 2021/22 coronabedingt sehr anstrengend, erläuterte Simone Heinrichmeier. Im vergangenen Schuljahr wurde Pfarrerin Gudrun Sattler in den Ruhestand verabschiedet, zum Ende dieses Schuljahres verabschiedet sich Religionspädagoge Erich Meyer nach 33 Jahren an der Berufsschule Gunzenhausen in den Ruhestand.
Das Diakonische Werk Weißenburg-Gunzenhausen mit der Eltern- und Jugendberatung, der Fachstelle Wohnungsnotfälle, der Jugendsozialarbeit, der Suchtberatungsstelle und dem Gunzenhäuser Diakoniekaufhaus ist nach Worten von Geschäftsführer und Bezirksstellenleiter Martin Ruffertshöfer sehr ordentlich durch die Pandemie gekommen. 2021 wurde die Aktion „Wunschbaum“ wieder durchgeführt. Dringend gesucht werden ehrenamtliche Mitarbeitende. Jeder könne sich einbringen.

Pfarrer Ekkehard Malcher geht im Juni in den Ruhestand und verlässt damit auch das Pfarrhaus in der Blütenstraße. Im Anschluss stehen dort Renovierungsarbeiten an.
Foto: Horst Kuhn

Neue Seelsorgerin für Absberg-Spalt

Neue Seelsorgerin für Absberg-Spalt

ABSBERG – Die Vakanz in der evangelischen Kirchengemeinde Absberg-Spalt gehört bald der Vergangenheit an: Pfarrerin Agnes Müller-Grünwedel übernimmt ab September die beiden derzeit vakanten Pfarrstellen Absberg und Spalt.
Die 38-jährige Seelsorgerin erblickte in Ludwigsburg das Licht der Welt und verbrachte dort ihre Kinder- und Jugendzeit. Nach dem Abitur studierte sie an den Universitäten in Leipzig, Erlangen und München Theologie und zudem ein Jahr an der lateinamerikanischen Bibeluniversität in San José (Costa Rica).
Die für den Pfarrdienst erforderliche Vikariatszeit verbrachte die Seelsorgerin am Rande des Rieses in den beiden Kirchengemeinden Ebermergen und Mauren. Am Reformationsfest 2016 wurde die Geistliche im Rahmen eines Festgottesdienstes von Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler in das Amt einer Pfarrerin ordiniert.
Gemeinsam machte sie sich mit ihrem Ehemann, Pfarrer Dr. Heiko Grünwedel, und ihren beiden Kindern Elias und Jeremias im Jahre 2017 von der Pfarrstelle der Kirchengemeinde Donauwörth auf den Weg nach Brasilien. Dort war sie über die Neuendettelsauer Mission EineWelt als Austauschpfarrerin in der Igreja de Cristo in Curitiba tätig und sammelte nach eigenen Worten Erfahrungen, wie die Igreja Evangélica de Confissão Luterana no Brasil, also die evangelische Kirche Brasiliens den „Herausforderungen in einer pluralen und multireligiösen Gesellschaft“ begegnet.
Nach Abschluss einiger Arbeiten im Absberger Pfarrhaus wird Pfarrerin Agnes Müller-Grünwedel mit ihrer Familie Einzug in die Marktgemeinde Absberg halten. kuhn

Die Geistliche Agnes Müller-Grünwedel übernimmt ab September die beiden Pfarrstellen Absberg und Spalt. (Foto: privat)

Konzert der “Wormer Musikanten”

Konzert der “Wormer Musikanten”

Notiert und fotografiert

Ein gelungenes und mit viel Beifall bedachtes Konzert gaben die Wormer Musikanten unter dem Motto „Blasmusik für die Seele“ in der evangelischen Stadtkirche. Den Erlös spenden die Musiker an die Flüchtlingshilfe Wald.
Der Unterwurmbacher Ortsgeistliche Thomas Schwab erinnerte daran, dass es Pastor Johannes Kuhlo war, der vor 150 Jahren entscheidend zur Gründung der evangelischen Posaunenchöre in Deutschland beitrug. Viele Jahre erfreute der Oberasbacher Posaunenchor am Ende des Muttertags die Besucher mit seiner Musik. Nun waren es erstmals die Wormer Musikanten, die zum Auftakt ihres 35-jährigen Bestehens das Benefizkonzert gaben.
Im ersten Teil stand die „Pöhamer Musikantenmesse“ des Tiroler Komponisten Matthias Rauch im Mittelpunkt. In wenigen Worten trug Bastian Seifert die Vereinsgeschichte vor. Vor 35 Jahren wurden die Wormer Musikanten auf Initiative des Unterwurmbachers Hans Mark gegründet. Zuerst habe man sich immer montags beim „Sixtbauers Karl“ in der Wirtsstube in Oberwurmbach getroffen. Heute finden die Proben unter der Woche im evangelischen Gemeindezentrum in Unterwurmbach statt.
Die Musikgruppe unter der Leitung von Joachim Seifert ist zu einer 16 Mann und Frau starken böhmischen Besetzung herangewachsen und spielt weit über die Grenzen des fränkischen Seenlandes hinaus böhmische Blasmusik.
Über die Jahre hinweg reisten sie nach Istanbul, Brüssel, Berlin, Paris, Rom, San Remo, an den Neusiedler See, nach Kroatien und Slowenien, an die Nord- und Ostsee. Die Musiker haben kulturelle Touren durch den ein oder anderen Weinkeller gemacht und waren oft in Südtirol. Dort seien mittlerweile freundschaftliche Beziehungen zu Musikkapellen entstanden, sagte Bastian Seifert. Bis heute haben die Wormer Musikanten über 770 Auftritte und 825 Musikproben bewältigt.
Nach dem ökumenischen Lobpreislied „Großer Gott wir loben dich“ und dem Abendlied „Bleib bei mir Herr“ bestritten die Musiker den zweiten Teil mit bekannter böhmischer Blasmusik. Die Besucher durften Stücken wie „Wir sind Kinder von der Eger“ oder der böhmischen Nationalhymne „Der böhmische Traum“ lauschen. Kuhn

Erfreuten die Konzertbesucher mit böhmischer Blasmusik: Die Wormer Musikanten gaben in der Stadtkirche ein Benefizkonzert. (Foto: Horst Kuhn)

Dekanatssynode 2022, Teil 1

Dekanatssynode 2022, Teil 1

Kirche sollte mehr Mut haben

Stadtkirche Bei der Synode des Dekanatsbezirks Gunzenhausen gab Dekan Klaus Mendel einen umfassenden Überblick.

VON HORST KUHN
GUNZENHAUSEN – Die evangelische Kirche sollte mehr Mut haben sich notwendiger Reformaufgaben zu stellen. Für echte Veränderung brauche es Mut, sich aus den gewohnten Denkmustern des Abwartens zu lösen, um die bisherigen Strukturen angesichts zukünftiger personeller Engpässe zu überwinden.
Dies betonte Dekan Klaus Mendel in seinen Gedanken vorab zur diesjährigen Dekanatssynode für den Dekanatsbezirk Gunzenhausen, die erstmals in der Stadtkirche stattfand. Der Veränderungsschwung ist mancherorts noch nicht sichtbar, führte Mendel weiter aus. Nötig sei vor allem, sich von Lähmungen zu befreien und notwendige Veränderungen nicht durch schlichtes Warten aussitzen zu wollen. Das hieße nur, Zeit zu vergeuden, die später fehle.
Man müsse wegkommen von der Kleinteiligkeit, hin zu andauernden Insellösungen. Freilich muss man dafür Denkschablonen bisheriger Handlungsweisen verlassen, das Weite der echten Machbarkeit suchen und dabei kirchlich vertraute Kontexte auch einmal überschreiten. „Ich habe aber in den letzten Jahren gemerkt, wie schwer das hier und anderswo ist. Und wie schwer ich mich selbst damit tue“, so Mendels persönliche Erfahrung.
Stand der Sanierungen
Zu den derzeit im Dekanat laufenden Baumaßnahmen berichtete er, dass derzeit in Merkendorf und Kalbensteinberg Orgelrenovierungen anstehen. In Aha und Frickenfelden sind demnächst, nach 30 Jahren, Generalsanierungen der Kindertagesstätten nötig. Die Pfarrhäuser Gunzenhausen III (Blütenstraße) und Absberg werden für neue Bewohner renoviert. In Dittenheim sei man guter Hoffnung, dass die Kirche nach vier Jahren wieder um Weihnachten 2022 herum benutzbar sei. Die Dacharbeiten machten Fortschritte. Weniger erfreulich ist die Entwicklung bei den Baukosten. Stahl und Holz sind wesentlich teurer geworden. Die ursprünglich kalkulierten Baukosten werden nicht zu halten sein.
Personelle Situation
Durch das Ausscheiden von Pfarrer Gert Sommerfeldt (Theilenhofen) nach mehr als 30 Jahren war es erforderlich, ein neues Mitglied in den Dekanatsausschuss zu wählen. Die Synodalen wählten Pfarrerin Dorothee Stadtler (Pfofeld) in das kirchliche Parlament. Eine Veränderung gibt es zudem bei der Pfarrei Merkendorf. Zum 30. Juni verlässt Diakon Dieter Blencke diese, weil er die Vertretung für die Kirchengemeinden Sammenheim und Sausenhofen (Dekanat Heidenheim) übernimmt sowie die Dekanatsjugendreferentenstelle im Dekanat Heidenheim.
Ergänzend führte Dekan Mendel zum kommenden Landestellenplan, verbunden mit der Auflösung des Dekanatsbezirks Heidenheim, aus, dass sich in einem ersten Durchgang 15 von 17 Kirchengemeinden des Heidenheimer Dekanats für ein Zusammengehen mit Gunzenhausen ausgesprochen haben (Tendenzbeschluss). Außerdem konnte die Gemeindeakademie Rummelsberg als begleitendes Organ bei dem möglichen Umsetzungsprozess gewonnen werden. Es bedürfe aber noch vieler weiterer Gespräche mit dem Dekanat Heidenheim unter der Leitung des kommissarischen Dekans Hermann Rummel (Wassertrüdingen).
Des Weiteren berichtete Dekan Mendel, dass sich Pfarrerin Antonia Pohler (Kalbensteinberg) noch in Elternteilzeit befindet, Pfarrerin Cornelia Schieder (0,5, Gunzenhausen IV) wieder im „aktiven Dienst“ ist und Pfarrer Benedikt Wolff nach Beendigung des Dienstes von Pfarrer Ekkehard Malcher die Pfarrstelle Gunzenhausen III (0,5) übergeben wurde. Zu Pfarrer Malcher ergänzte Mendel, dass dieser am 30. Juni endgültig seinen Dienst im Dekanat beendet und während eines Gottesdienstes in Büchelberg an Christi Himmelfahrt verabschiedet wird.
Erfreut sei man über das gute „Ankommen“ von Dekanatsjugendreferentin Franziska Reinhardt. Mit viel neuem Schwung, einer spürbaren Leidenschaft und neuen Ideen sei sie seit Herbst im Dekanat unterwegs.
Ergänzend zur Landesstellenplanung berichtete Landessynodalin und Präsidiumsmitglied im Gunzenhäuser Dekanatsbezirk, Cornelia Blendinger (Aha), dass der Fokus zukünftiger Stellenplanungen auf Flexibilität und Gestaltungsfreiheit für die Dekanate und Gemeinden liegt. Diese tragen somit auch die Verantwortung für ihre Entscheidungen, wie die berechneten Stellen in einem Dekanatsbezirk verteilt werden, und was je Stelle inhaltlich gemacht werden soll. Dies wird künftig vor Ort im Dekanatsausschuss beraten und entschieden. Ein grundsätzliches Konzept hat dieser hierzu bereits erarbeitet.
Projekt „MUT“ der Landeskirche
Beifall gab es für Pfarrer Benedikt Wolff, der das Förderprojekt „MUT“ der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Bayern vorstellte, und einen Erfolg melden konnte. „MUT“ fördert Initiativen, die innovative Ausdrucksformen von Kirchen und ergänzende Formen des Kircheseins neu bilden und entwickeln. Zusammen mit der Tourismusseelsorge und Schülern aus dem Gunzenhäuser Simon-Marius-Gymnasium habe er für das Projekt „Genezareth Bords“ ein Bewerbungsvideo in den Gestaden des Brombachsees aufgenommen. Das Projekt wurde von der Landekirche als förderfähig anerkannt, und demnächst wird es der Öffentlichkeit vorgestellt.
Dekan Klaus Mendel gemeinsam mit seinem Vertreter Walter Krewin (oben, von links), Pfarrerin Dorothee Stadtler (rechts, neu im Dekanatsausschuss), Landesynodalin Cornelia Blendinger und Pfarrer Benedikt Wolff. (Foto: Horst Kuhn)

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