Pfingsten begeistert

von | Mai 23, 2021

Ein Mann wird wegen Gotteslästerung und Hochverrat zur Höchststrafe verurteilt und hingerichtet. Seine Gesinnungsgenossen ergreifen die Flucht und verstecken sich, so gut es geht. Aber sieben Wochen später stehen elf von ihnen auf dem Marktplatz der Hauptstadt. Sie sagen: „Unser Freund lebt wieder. Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Jetzt ist euer größtes Lebensproblem gelöst: die Todesfrage. Der Graben zwischen euch und Gott, der Quelle des Lebens, ist überwunden. Wenn ihr euer Leben unserem Freund Jesus anvertraut, habt ihr eine Perspektive über den Tod hinaus: das ewige Leben bei Gott.“

Völlig verrückt, diese Szene,
die sich zu Pfingsten in Jerusalem abspielte. Zukunftshoffnung statt Todesangst. Mut statt Rückzug. Freiheit zur Rede statt stummer Verzweiflung. Und dann der Inhalt: Ein Toter lebt wieder. Ein Gotteslästerer soll der zentrale Mittler zwischen Gott und Mensch sein. Wer sich so etwas ausdenkt, kann nicht ganz dicht sein. Oder aber es ist etwas Revolutionäres passiert, das die gewohnten Lebenserfahrungen auf den Kopf stellt. Irgendetwas ist zwischen Karfreitag, dem Hinrichtungstag von Jesus, und Pfingsten, dem Start des christlichen Weltveränderungsprozesses, geschehen.

Objektiv:
Den verängstigten Freunden von Jesus, die alle Hoffnungen mit Jesus begraben hatten, ist der auferstandene Jesus begegnet. Damit hatten sie nicht gerechnet. Darum hat es auch ein paar Tage gedauert, bis sie diese neue Erkenntnis begreifen konnten: „Jesus lebt. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. Gott bestraft uns nicht dafür, dass wir seinen Willen dauernd ignorieren. Das hat Jesus übernommen. Jetzt dürfen wir neu leben. Für immer mit Gott. Dieses Geschenk kann uns nicht einmal der körperliche Tod wegnehmen.“ Diese alles umwälzende Erfahrung feiern Christen jedes Jahr zu Ostern.

Subjektiv:
Zu dieser äußeren Veränderung der Weltgeschichte tritt aber noch eine innere Veränderung der Freunde von Jesus. Sie geschieht das erste Mal zu Pfingsten. Die Jesusfreunde sind nämlich ab jetzt begeistert. Und zwar ganz wörtlich: be-geist-ert. Gottes Geist zieht in ihr Leben ein. Das kann man natürlich nicht sehen. Darum ist Pfingsten nicht so einfach fassbar wie Weihnachten mit der Krippe oder Ostern mit dem leeren Grab. Aber die Auswirkungen dieser Be-geist-erung sind sofort und bis heute sichtbar: Diese kleine Schar der Jesusfreunde bekommt Mut, ihre grandiose, aber umstrittene Nachricht öffentlich weiterzusagen. Sie sind fest davon überzeugt: Das soll jeder Mensch auf der Welt hören. Dann machen sich diese Jesusfreunde und ihre Schüler auf den Weg, von Jerusalem bis in die damalige Welthauptstadt nach Rom. Überall entstehen Gemeinden von Jesusfreunden, die wir Christen nennen. Sogar bis nach Mittelfranken sind sie gekommen, auch wenn das noch etwas länger gedauert hat. Gottes Geist verbindet Menschen, die an Jesus glauben; das nennen wir dann Kirche. Und er setzt in Bewegung zu denen, die von Gottes Liebesangebot noch nichts gehört haben; das nennen wir dann Mission. Beides geschieht auch heute. Denn Gottes Geist ist weiter aktiv. Die Strukturen der Kirche ändern sich. Die Wege der Mission werden digitaler. Aber die gute Nachricht von Jesus, dem Überwinder des Todes und des Bösen, diese Nachricht läuft weiter und verändert Menschen zum Guten. Weil Gottes Geist wirkt. Seit Pfingsten.

Pfr. Dr. Wolfgang Becker, Geistliches Zentrum Hensoltshöhe

 

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