Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm predigte in der Gunzenhäuser Stadtkirche

von | Feb 8, 2022

Den Blick auf die „seelische Inzidenz“ gerichtet
Gunzenhausen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm predigte bei einem Kantatengottesdienst in der Stadtkirche.

GUNZENHAUSEN – Nach zwei Jahren Corona-Pandemie ist es für Heinrich Bedford-Strohm an der Zeit für einen verstärkten Blick auf „die seelische Inzidenz“ der Gesellschaft. Dafür warb der bayerische Landesbischof in seiner Predigt in der Gunzenhäuser Stadtkirche..
Jahrelang sei nun täglich über die virologische Inzidenz gesprochen worden, sagte Bedford-Strohm. Die seelische Inzidenz sei dagegen „mit keiner Zahl auszudrücken“, habe aber enorme Wucht und Macht.
Eine Kraftquelle
Im Rahmen des Gottesdienstes wurden alte Mitglieder des Präsidiums des Verbands Evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker von Bedford-Strohm und Kirchenrat Wolfgang Böhm verabschiedet und neue Mitglieder in ihr Amt eingeführt. Dabei erklang Bachs Kantate „Singet dem Herrn“, die für Bedford-Strohm eine Kraftquelle in herausfordernden Zeiten, wie man sie sich kaum stärker vorstellen könne, ist. Sie spreche nicht nur vom Loben, sondern auch von der Verletzlichkeit und Schutzbedürftigkeit der Menschen und dem Ort, der ihnen eine Zuflucht gibt.
Bedford-Strohm setzte sich in seiner Predigt auch mit dem Begriff Resilienz auseinander. „Das ist die Widerstandskraft, die wir brauchen, wenn wir durch Zeiten gehen, in denen uns die Kontrolle über unser Leben aus der Hand rinnt“, sagte Bedford-Strohm. Resilienz als „innere Widerstandskraft“ in Notlagen sei „die große Herausforderung unserer Zeit“, in denen „wir mit unserem Latein am Ende sind. In denen wir unsere Ohnmacht anerkennen und aushalten müssen“. Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker seien „echte Resilienzspender in diesen Zeiten“, erläuterte der Landesbischof. Er selbst, so der Landesbischof weiter, habe noch keine Zeit erlebt, in der die Menschen dieses Ohnmachtsgefühl so sehr erfahren hätten wie in dieser Pandemie.
Demgegenüber steht für den Gottesmann, dass Jesus ihn „mit seinem Schutz umfassen und nimmermehr aus seinen Armen lassen wird“. Und das sei das Schönste und Stärkste, „das wir in dieses nun schon fünf Wochen alte neue Jahr mitnehmen können“. Ein Jahr, das hoffentlich die Überwindung der Pandemie und einen neuen Frühling und Sommer mit viel Gemeinschaft, Lebenslust und Zuversicht bringen werde.
Den musikalischen Rahmen für diesen Gottesdienst gab die aus 18 Personen bestehende Vogtland-Philharmonie Greiz/Reichenbach. Dirigent war der aus dem Dienst scheidende Kirchenmusikdirektor Klaus Wedel. kuhn/epd

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm predigte in der Gunzenhäuser Stadtkirche anlässlich der Verabschiedung des alten beziehungsweise Einführung des neuen Präsidiums des Verbands Evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker. (Foto: Horst Kuhn)

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